Hildegard E. Keller

Foto: Ayse Yavas

Die in St. Gallen geborene Autorin und Literaturwissenschaftlerin veröffentlichte Theaterstücke, Hörspiele und Filme, die Frauen und ihre Werke ins Leben zurückholen. Sie war Jurorin beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt (2009–2019) und Mitglied im Literaturclub des Schweizer Fernsehens (2012–2019).

Werdegang

Geboren in St.Gallen, aufgewachsen in Wil SG und im Toggenburg. Im Lockdown 2020 reiste sie in ihren vier Wänden imaginär ins Tal zurück, in dem sie die Matura gemacht hatte. Nach einem Aufenthalt in Rom studierte sie in Basel und Zürich Germanistik, Hispanistik und Soziologie. Sie begann Theaterstücke zu schreiben, machte Druckgrafik sowie Figurentheater. 

Promotion 1992 und Habilitation 2000. Diplom für das Höhere Lehramt. Acht Jahre lang war sie Deutsch- und Spanischlehrerin an Gymnasien in Stadt und Kanton Zürich und Praktikumsleiterin für Lehramtskandidierende. Seit 2001 lehrt sie als Professorin für Literatur an der Universität Zürich, wo sie heute multimediales Storytelling lehrt (zurichstories.org). 

Zehn Jahre lang lebte sie in den USA, war Full Professor am Department of Germanic Studies an der Indiana University in Bloomington. Seit ihrer Rückkehr nach Zürich ist sie freie Autorin, Geschäftsführerin der Bloomlight Productions GmbH und führt die Edition Maulhelden

Wegmarken

Ende Februar 2021 erscheint Hildegard Kellers erster Roman (Was wir scheinen, Eichborn).

Im November 2020 erscheinen die ersten zwei (von insgesamt vier) Bände mit Texten von Alfonsina Storni, die Hildegard Keller übersetzt hat (Edition Maulhelden, Nr. 3 und 4). Sie forscht seit 2009 zu Leben und Werk der aus dem Tessin stammenden Argentinierin und produzierte gemeinsam mit Bernard Senn ein Feature für das Schweizer Radio («Auf alles gefasst sein», 58 Minuten, SRF, 2010), übersetzte viele Texte erstmals ins Deutsche, machte multimediale Performances zu Stornis Leben und Werk mit verschiedenen Musikern.

Im Frühling 2021 erscheint auch Hildegard Kellers zweibändige Biografie zu Alfonsina Storni (Edition Maulhelden, Nr. 5 und 6).

Ihre Theaterstücke und szenische Lesungen mit Musik realisierte sie teils mit Studierenden, teils mit Schauspieler*inn (u.a. Mona Petri, Nikola Weisse, Chantal Le Moign, Krishan Krone, Jaap Achterberg, Hanspeter Müller-Drossaart, Klaus-Henner Russius) und Musiker*innen (u.a. Sandra Suter, Martina Hug, Anderscht, Andrea Kind, Hilliard Ensemble, Mahmoud Turkmani, Marcus Kluibenschädl). Seit 2005 produziert Hildegard Keller Audiomedien. Ihr Dokumentarfilm Whatever Comes Next wurde auf zahlreichen Festivals gezeigt und auf 3sat ausgestrahlt. Ihr Hörspiel Die Stunde des Hundes war für den Deutschen Hörbuchpreis 2009 nominiert.

Unter ihren wissenschaftlichen Publikationen zur Medizin- und Theatergeschichte ist die fünfbändige Werkausgabe mit Biografie und Studienband und zwei CDs, Jakob Ruf. Leben, Werk und Studien (NZZ Libro, 2008), erarbeitet zwischen 2004 und 2008 im SNF-Projekt Jakob Rufs Theater- und Heilkunst. Sie verfasst Artikel und Essays zu Schweizer Ärzten wie Paracelsus, Jakob Ruf und Konrad Gesner. Zu den Schwerpunkten ihrer Forschung gehören das Zürcher Gesundheitswesen des 16. Jahrhunderts, Psychiatriegeschichte, die Auseinandersetzung mit dem Tod zwischen Mittelalter und Moderne. Sie engagiert sich für Medical Humanities und bietet Kurse für Selbstreflexives Schreiben für Ärztinnen und Ärzte an.

Sie kuratierte Ausstellungen, in denen ihre Forschung zur Spiritualitäts-, Medizin- und Theatergeschichte einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wurde und wirkte in der Schweiz, in Deutschland und in den USA an Ausstellungen zur Geschichte des Buchs mit. Sie veröffentlichte zwei Bücher zur mittelalterlichen Mystik (Wort und Fleisch, 1993; My Secret Is Mine, 2000). Später, als sie bei der Ausstellung Sehnsucht nach dem Absoluten im Museum Rietberg, Zürich, mitarbeiten konnte, schrieb und produzierte sie die Trilogie des Zeitlosen (2011). Die drei Bücher enthalten auch Hörspiele über acht Protagonisten zwischen der Antike und dem Zweiten Weltkrieg, aus Ostz und West, vom chinesischen Philosophen Zhuangzi über Hildegard von Bingen und Meister Eckhart bis zu Etty Hillesum. Keller gab einen Aufsatzband Friedrich Nietzsches Auseinandersetzung mit der Mystik heraus.

Porträt

Prof. Dr. Hildegard Keller ist Autorin, Übersetzerin, Regisseurin und Performerin. Germanistin und Hispanistin.

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