Indiana University Bloomington

Frühling 2016

GER G332 Nuns and «Man Eaters»

Im Zentrum des Kurses steht «The Performative Book. Agent of Creativity from Medieval Europe to the Americas» (Ausstellung in The Lilly Library, January 14 – May 14, 2016, kuratiert von Rosemarie McGerr und Hildegard Elisabeth Keller). Die Studierenden lernen ausgewählte Exponate vertieft kennen, leiten Forschungsgruppen zu den selbst entwickelten Fragestellungen und verfolgen ein individuelles Forschungsprojekt. Die Unterrichtssprache ist Deutsch. An einer „Gipfelkonferenz der Forscher“ (April 2016, Mathers Museum of World Cultures) wurden die Projekte der Studierenden aus G332 und G517 präsentiert. Beispielhaft die Hörspiel-Installation von Kale Wilk.

GER G571 Das performative Buch

Von den Dominikanerinnen in Nürnberg über Hans Staden in Brasilien bis zu Prinz Maximilian Wied zu Neuwied: Im Zentrum des Kurses steht «The Performative Book. Agent of Creativity from Medieval Europe to the Americas» (Ausstellung in The Lilly Library, January 14 – May 14, 2016, kuratiert von Rosemarie McGerr und Hildegard Elisabeth Keller). Die Studierenden lernen ausgewählte Exponate vertieft kennen, leiten Forschungsgruppen zu den selbst entwickelten Fragestellungen und verfolgen ein individuelles Forschungsprojekt. An einer „Gipfelkonferenz der Forscher“ (April 2016, Mathers Museum of World Cultures) präsentieren die Studierenden aus G332 und G517 ihre Projekte. Die Unterrichtssprache ist Deutsch.

Herbst 2015

GER G424 Hörspiele

Am 30. Oktober 1938 sorgte die Ursendung von Der Krieg der Welten nach H. G. Wells (von Orson Welles als Hörspiel inszeniert) in New York für Aufsehen. Die fiktive Reportage berichtete von einem vermeintlichen Marsangriff, der viele beunruhigte Bürger zum Telefon greifen liess. Der Kurs führt ins Hörspielschaffen in deutscher Sprache ein (Ödon von Horvath, Günter Eich, Ingeborg Bachmann, Ernst Jandl und Friedrich Dürrenmatt). Die Studierenden werden selbst mit dem Genre experimentieren. Deshalb sind auch Studierende von Musik- und Theaterprogrammen sowie der Media School willkommen. Die Unterrichtssprache ist Deutsch.

GER E121 German Culture

The term culture refers to the particular ways of life and modes of expressions characteristic of individual people or of social, ethnic, political or religious groups. Is there something like a German culture? If yes, is it tantamount to culture in Germany? And what about the other lands where German is spoken (or was spoken up until relatively recently)? Which are they, and do they have a different culture than the so-called mainlands of German culture? This course has a strong collaborative component and allows for creative participation by students.

Frühling 2015

GER G404 GLAUSER Kriminalroman – Spielfilm – Docufiction – Graphic Novel

Dieser Kurs führt in die Welt des Schweizer Kriminalromans des 20. und 21. Jahrhundert. Friedrich Glauser (1896-1938) gilt als einer der wichtigsten Krimi-Autoren in Europa, auch wenn er erst nach seinem Tod wirklich erfolgreich wurde, und das gilt auch für die von ihm erfundene Detektiv-Figur, der „Kommissar Studer“. Seine Krimis gehören zu den Bestsellern des deutschsprachigen Kriminalromans und inspirierten immer wieder zu Umarbeitungen als Hörspiele, Kinofilme und – im Falle des Schweizer Illustrators Hannes Binder – Graphic Novels. Gerade in den letzten Jahren kamen Glauser und Studer mehrfach auf die Kinoleinwände und Bildschirme.
Der Kurs bietet erstens die Möglichkeit, Leben und Werk dieses grossen Schweizer Erzählers des 20. Jahrhunderts kennenzulernen. Zweitens sollen die Charakteristiken von Glausers Detektiv-Figur Studer analysiert werden: Was macht Kommissar Studer so einzigartig – in den Dreissigerjahren und darüber hinaus? Drittens werden wir die medialen Transformationen erforschen und nach dem Geheimnis von Glausers steter ‚Verjüngung‘ fragen.
Die Unterrichtssprache ist Deutsch.

GER G571 Erec und Nibelungenlied

Das anonyme Nibelungenlied ist das erste und berühmteste Werk der mittelhochdeutschen Heldenepik, das vor rund achthundert Jahren verschriftlicht wurde. Es vereint Erzählstränge aus unterschiedlichen historischen Tiefen. Die Geschichte der Nibelungen ist der bekannteste. Die Rezeptionsgeschichte des NL zeigt in einzigartiger Weise, welche Rolle die germanische Kultur für die Staatsbildung für Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert spielte.

Hartmanns von Aue Erec ist der ersten Roman in deutscher Sprache. Er wäre ohne seine französische Vorlage – Erec et Enite von Chrétien de Troyes – nicht denkbar. Gleichwohl ist Hartmanns Vermächtnis als Epiker und Lyriker von unschätzbarem Wert, wie sein Nachfolger Gottfried von Strassburg mit Bewunderung anerkannte.

In beiden Werken spielen adlige Ehepaare die Hauptrollen, und zwar Männer und Frauen, was nicht ganz selbstverständlich ist. Im ersten Teil des Nibelungenlieds sind es Siegfried und Kriemhild sowie Gunther und Brünhild, im zweiten Teil dann Kriemhild mit ihrem zweiten Mann Etzel. Im Erec sind es Erec und Enite. Die Lektüre der beiden Erstlinge führt in die höfische Literatur der klassischen Periode und die mittelhochdeutsche Sprache und Grammatik ein (1170-1220).

Ältere

GER G415 Legends over time

Legenden gehören zum wichtigsten Erzählgut des Mittelalters und waren so populär wie kaum eine andere Textsorte. Der lateinische Begriff ‚legenda’ bedeutet ‚das zu Lesende‘ und verweist auf die Rezeption. Bereits im Frühmittelalter wurden Legenden performativ verbreitet: Sie wurden vorgelesen, gesungen und sogar getanzt. Auch visuelle Medien spielten eine wichtige Rolle.

In diesem Kurs werden wir deutschsprachige Legenden zwischen dem 9. und dem 21. Jahrhundert kennenlernen und Kontinuitäten und Brüche hinsichtlich der Formen und Funktionen von Legenden erarbeiten. Ausgewählte Bilder aus dem Indiana University Art Museum werden uns zusätzliche Anregungen geben. Eines der Ziele dieses Kurses ist auch, dass die Studierenden ihre Deutschkenntnisse verbessern können durch Lektüre, Diskussionen, mündliche Präsentationen und Schreibübungen. Die Unterrichtssprache ist Deutsch.

Ger G306 Schweizer Kriminalromane vor und nach dem Zweiten Weltkrieg

Dieser Kurs führt in die grosse Welt der Kriminalromane des 20. Jahrhunderts ein. Dafür dienen zwei wichtige Autoren der Schweizer Literatur, die beide den Vornamen Friedrich trugen: Friedrich Glauser (1896-1938) starb noch vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) legte seinen ersten Kriminalroman erst nach dem Zweiten Weltkrieg vor. Der Kurs bietet die Möglichkeit, diese beiden grossen Schweizer Erzähler des 20. Jahrhunderts kennenzulernen.


Zusätzlich werden wir eigene Experimente mit der Gattung machen. Unser Campus in Bloomington, Institutionen wie das Indiana University Cinema und das Indiana University Art Museum, werden uns ein ideales Setting dafür bieten. Eines der Ziele dieses Kurse ist es auch, dass die Studenten ihre Deutschkenntnisse verbessern können durch Lektüre, Diskussionen, mündliche Präsentationen und Schreibübungen. Die Unterrichtssprache ist Deutsch.

GER-E311 Hans Stadens „Wahre Geschichte“

1492 betraten Europäer zum ersten Mal mittelamerikanischen Boden und initiierten damit den Zusammenprall von Alter und Neuer Welt, mit weitreichenden Folgen beidseits des Atlantiks. Die erste Karte mit der Bezeichnung „America“ entstand in der Offizin des deutschen Druckers Martin Waldseemüller im Jahr 1507. Es ist ein Papiermodell, das zum Ausschneiden und Zusammenkleben gedacht war.

Fast vierzig Jahre später fiel der deutsche Kanonier Hans Staden, der an einer Erkundung der südamerikanischen Küste teilnahm, in die Hände der brasilianischen Tupinamba, eines als Kannibalen berüchtigten Stammes. Staden überlebte und wurde später berühmt durch seine „wahre Geschichte“, die er in Marbach 1557 in Druck gab. Die Lilly Library Bloomington besitzt eines der kostbaren Exemplare des Erstdrucks sowie eins aus der späteren, durch Theodore de Bry illustrierten Auflage.
Das Seminar macht die Studierenden mit dem Text, der Buch- und der Entdeckungsgeschichte bekannt. Ferner werden Filme einbezogen (und natürlich Werner Herzogs Besuch als Patten Lecturer der Indiana University). Das gemeinsame Arbeitsziel ist eine Ausstellung in der Lilly Library gegen Ende des Semesters.

Ger G640: Mittelhochdeutsch mit Hartmanns von Aue „Gregorius“

Dieser Einführungskurs in Literatur und Kultur des Mittelalters wird Sie befähigen, mhd. Texte aus der höfischen Klassik (ca. 1170-1220) zu lesen, verstehen sowohl im Blick auf grammatikalische Strukturen als auch auf literaturwissenschaftliche Kriterien. Ferner werden wir die wichtigsten Instrument für eine linguistische, literarische und kulturhistorische Analyse von mhd. Texten kennen und anwenden lernen.
Unsere Lektüre ist Hartmanns von Aue Legendenroman Gregorius, eine Erzählung rund um den Topos des „guten Sünders“.
Der Kurs richtet sich an Graduate Students, die einen fundierten Zugang zum hochmittelalterlichen Deutsch und seiner literarischen Kultur gewinnen wollen. Unterrichtssprache ist Deutsch.

Ger G571: Darstellungen des Lebens Christi

Dieses Seminar stösst in einen Themenbereich vor, der so alt ist wie die Bibel selbst: Wie kann die Bibel ausgelegt werden? Darf sie nicht nur mit Hilfe von Sprache ausgelegt werden, sondern auch mit einer visuellen Exegese auf der Theaterbühne? Kann man das Leben Jesu überhaupt schauspielerisch darstellen? Welcher Status kommt einer performativen Repräsentation der Passion Christi zu?
Wir gehen diesen Fragen nach in der deutschsprachigen Literatur und Kultur, beschäftigen uns mit der aufblühenden Kultur des geistlichen Theaters zwischen 1150 und 1500 und fragen nach den Gründen für die Vehemenz, mit der die Reformatoren die mittelalterliche Oster- und Passionsspieltradition ablehnten. Unterrichtssprache ist Deutsch.

Ger E371/ MEST M490: Höfische Epik auf Französisch und Deutsch

Wir werden einige der grossen epischen Werke von Chrétien de Troyes und Hartmann von Aue sowie das Nibelungenlied. Wie fiktionalisierten Menschen im Mittelalter ihre Lebenswelt? Wir werden auch Handschriften, Wandmalereien, Burgen und andere Wohn- und Lebensräume betrachten, die in der Literatur eine Rolle spielen und als Indikatoren für die soziokulturelle Komplexität zu analysieren sind. Unterrichtssprache ist Englisch.

Ger-G 403: Meerjungfrauen und Undinen

Das Logo von Starbucks zeigt eine winzige Meerjungfrau, die denjenigen ähnelt, welche die deutsche Literatur und Kultur, das Innere und Äussere von Privathäusern und Kirchen im Mittelalter schmücken. Das Motiv der Mahrtenehe war insbesondere in der frühneuzeitlichen Literatur populär und diente als Anlass, über soziopolitische Regulative ebenso wie über dämonologische Diskurse in der Theologie und Medizin zu sprechen. Das Seminar wird auf Deutsch unterrichtet.

MEST M500: Körper im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit

Der menschliche Körper ist ein besonderes Gefäss in der christlichen Weltauffassung, und zwar gerade aus dem Grund, dass er als ein Gefäss konzipiert ist: einerseits aus zerbrechlicher, vergänglicher Materie, andererseits nobilitiert durch den Atem, der es animiert. Weil sich im Körper Gott- und Menschnatur berühren, belegte man ihn mit ebenso viel Lob wie Klage – eine Ambivalenz, welche ihren vehementesten Ausdruck in mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Quellen findet. Das Seminar führt am Leitfaden der Körperdiskurse in verschiedenen Disziplinen in die Mediävistik ein.

Ger G416 Friedrich Glauser (1896-1938)

Das Seminar bietet die Möglichkeit, den grossen Schweizer Erzähler Friedrich Glauser (er lebte von 1896 bis 1938) kennenzulernen. Er hinterliess ein vielfältiges Gesamtwerk. Glausers Stilideal orientierte sich an Menschen, die nicht täglich mit Büchern lebten. Auch stellt er gerne jene Menschen ins Zentrum, die in ihrem Leben eher am Rande standen: „Dürfen wir vom Schicksal nur dann sprechen, wenn es glattgebügelt aussieht wie eine Hose?“ Wir werden gemeinsam Glausers erzählerisches Werk (4 Bände, Limmat-Verlag) lesen und diskutieren sowie einige Verfilmungen seiner Kriminalromane anschauen. Unterrichtssprache ist Deutsch.

Ger E371 Mittelalterliche Romane und die Erfindung des Abenteuers

Höfische Romane aus dem Mittelalter reflektieren frühe Ansätze zur Entwicklung westlicher Konzepte von Risiko und Abenteuer und verbinden sie auch mit Elementen der Persönlichkeitsentwicklung. Die Vorlesung präsentiert nicht allein solche Erzählungen und ihre Helden, sondern erklärt auch die soziohistorische Funktion mittelalterlicher Medien. Unterrichtssprache ist Englisch.

Ger G825 Gipfel und Täler.

Deutschsprachige Mystik für Fortgeschrittene
Dieses Seminar schliesst an die Lehrveranstaltung des letzten Semesters an. Primärtexte und methodische Zugänge werden in Absprache mit den Teilnehmenden bestimmt. Ihre Forschungsinteressen und -ziele sind vorrangig. Zwei Handschriften-Workshops in der Lilly Library sowie der Beizug von Digitalisaten online sind konstitutiv. Deutsch als Forschungs- und Unterrichtssprache.

COLL E103 Abenteuer und Risiko

Die Wälder der mittelalterlichen Romane sind voll von faszinierenden Figuren, die Risiken auf sich nehmen, um „Abenteuer“ mit ungewissem Ausgang zu erleben. Die Erzählungen offenbaren die Werte und Motive dieser Figuren und porträtieren sie dementsprechend – bald dunkler, bald heller. Einige von ihnen beginnen erst auf diesem Weg, die Möglichkeiten des menschlichen Daseins zu erkennen. Romane aus dem Mittelalter reflektieren die Entwicklung westlicher Konzepte von Risiko und Abenteuer sehr früh und verbinden sie auch mit Elementen der Persönlichkeitsentwicklung. Die Vorlesung präsentiert nicht allein solche Erzählungen und ihre Helden, sondern erklärt auch die Funktion mittelalterlicher Medien. Storytelling gehört dazu. Unterrichtssprache ist Englisch.

Ger G464 Legenden über die Zeiten hinweg

Legenden gehören zum wichtigsten Erzählgut des Mittelalters und waren so populär wie kaum eine andere Textsorte. Der lateinische Begriff ‚legenda‘ legt nahe, dass Legenden performativ verbreitet: Sie wurden vorgelesen, gesungen und sogar getanzt. Auch visuelle Medien spielten eine wichtige Rolle. In diesem Kurs werden wir deutschsprachige Legenden zwischen dem 9. und dem 21. Jahrhundert bearbeiten und Kontinuitäten und Brüche hinsichtlich der Formen und Funktionen von Legenden erarbeiten. Ausgewählte Bilder aus dem Indiana University Art Museum werden uns zusätzliche Anregungen für die kreative Arbeit an neuen Legenden geben. Unterrichtssprache ist Deutsch.

Ger G571 Mystik zwischen 1150 and 1700: Eine bunte Literaturlandschaft

Zwischen 1150 und 1700 sind Hoheliedkommentare, Predigten, Lehrdialoge, Viten und Gedichte entstanden, die eine wesentliche Annahme der Mystik zu erforschen erlauben: Sprache und Erfahrung sind untrennbar miteinander verbunden. Die deutschsprachige Mystik stammt aus unterschiedlichen institutionellen, sozialen und geografische Kontexten: Ihr primärer Ort war während Jahrhunderten das Kloster, ab dem Spätmittelalter zunehmend auch städtische Laien – bald als Individuen, bald als mehr oder weniger geschlossene Gruppierungen. Die sprachliche Gestaltung mystischer Texte ist oft herausragend, kühn und vermag bis heute zu faszinieren.

COLL E103 Abenteuer und Risiko

Die Wälder der mittelalterlichen Romane sind voll von faszinierenden Figuren, die Risiken auf sich nehmen, um „Abenteuer“ mit ungewissem Ausgang zu erleben. Die Erzählungen offenbaren die Werte und Motive dieser Figuren und porträtieren sie dementsprechend – bald dunkler, bald heller. Einige von ihnen beginnen erst auf diesem Weg, die Möglichkeiten des menschlichen Daseins zu erkennen. Romane aus dem Mittelalter reflektieren die Entwicklung westlicher Konzepte von Risiko und Abenteuer sehr früh und verbinden sie auch mit Elementen der Persönlichkeitsentwicklung. Die Vorlesung präsentiert nicht allein solche Erzählungen und ihre Helden, sondern erklärt auch die Funktion mittelalterlicher Medien. Storytelling gehört dazu. Unterrichtssprache ist Englisch.

Ger G403 Der erste deutsche Roman: Erec

Hartmann von Aue schrieb den ersten deutschen Roman auf der Grundlage des französischen „Erec et Enide“ von Chrétien de Troyes. Der Protagonist ist der Ritter Erec, doch spielt auch Enite, Erecs Frau, eine zentrale Rolle. Die sorgfältige Lektüre des Texts wird uns Hartmanns literarische und kulturelle Welt näherbringen. Das Hauptziel des Kurses ist es, die Teilnehmenden in die kulturelle, historische und literarische Welt einzuführen. Auch die Sprachgeschichte soll berücksichtigt werden. Unterrichtssprache ist Deutsch.

Ger G571 Nibelungenlied

Das anonyme Nibelungenlied vereint verschiedene mündliche Erzähltraditionen in einem Handlungszusammenhang. Diese Heterogenität führte zu einer langen und ebenso schillernden Wirkungsgeschichte bis ins 20. Jahrhundert. Die moderne Nibelungenlied-Rezeption ist eng mit der Entstehung eines deutschen Nationalstaats verknüpft. Im Seminar werden wir den propagierten Wertekanon kritisch im Blick auf den Text prüfen. Ferner wird uns auch die Präsenz des Nibelungenliedes in der Kunst, im Theater und Musiktheater sowie im Film beschäftigen. Das Seminar wird Siegfried’s Vermächtnis in den Blick nehmen. Unterrichtssprache ist Deutsch.

Ger G640 Gregorius by Hartmann von Aue

Diese Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Literatur fokussiert einen Text aus der höfischen Klassik: Die Erzählung vom „guten Sünder“ Gregorius von Hartmann von Aue. Sie werden die linguistischen und literaturwissenschaftlichen Instrumente für das Verständnis und die Interpretation des Texts kennenlernen. Die Teilnehmenden werden Gelegenheit zu intensiven Lese-, Vorlese- und Hörerfahrungen haben. Diese Experimente sind nicht nur für jene, für die Mittelhochdeutsch Neuland ist, sondern sie zeigen in Ansätzen eine performative Kultur.

Porträt

Prof. Dr. Hildegard Keller ist Autorin, Übersetzerin, Regisseurin und Performerin. Germanistin und Hispanistin.

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