Das Kamel und das Nadelöhr

Zwei Grossmeister aus Ost und West begegnen einander: Meister Eckhart und Zhuangzi. Dies wäre zu ihren Lebzeiten nicht möglich gewesen: Der eine war Mönch und lebte im deutschsprachigen Westen von 1260 bis vermutlich 1328. Der andere war Wanderphilosoph in Südchina und lebte im 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Im zeitlosen Raum kommt es zu einem interreligiösen und interkulturellen Meistergespräche. Eckhart wird neugierig, als alle Fragen, die er Zhuangzi stellt, scheinbar unbeantwortet bleiben. Doch Zhuangzis Denken nimmt nicht grundlos krumme Wege. Wie will man anders vom Wandel der Dinge erzählen? Die beiden Meister suchen Antworten darauf.

Trilogie des Zeitlosen Band 2

Die Trilogie des Zeitlosen

Acht Menschen begegnen einander ausserhalb von Zeit und Raum. In ihren realen Leben wäre das nie möglich gewesen. Die Trilogie des Zeitlosen macht mit wichtigen Stimmen aus der Spiritualitäts- und Philosophiegeschichte bekannt.

Drei Männer und fünf Frauen sind die Hauptfiguren der drei Bände. Sie lebten als christliche Mönche, Nonnen oder Beginen im Mittelalter, als Philosoph in der chinesischen Antike oder als junge Juristin in Amsterdam unter Nazi-Okkupation.

„Das Kamel und das Nadelöhr“ besteht aus einem Sachbuch von 192 Seiten. Je ein biografisches Kapitel stellt die beiden Hauptfiguren und ihr Leben und Werk vor. Weitere Kapitel schildern den Kulturkontakt zwischen Ost und West im Mittelalter und zu Beginn des 20. Jahrhunderts und erörtern den Kernbegriff des Dao. 32 Farbseiten zeigen mittelalterliche Handschriften sowie Objekte aus Meister Zhuangs Zeit.

Ins Buch eingebunden ist eine bedruckte CD-Tasche. Der Tonträger enthält das Hörspiel „Das Kamel und das Nadelöhr“. Fast achzig Minuten dauert das Meistergespräch im zeitlosen Raum. Die beiden Meister begegnen einander und gehen gemeinsam auf die Reise. Die Grundlage des Gesprächs ist im Falle von Meister Eckhart das umfangreiche Predigtwerk, im Falle von Zhuangzi das gleichnamige Buch, von dem einzelne Teile ihm zugeschrieben werden. Das Hörspiel ist mit Musik der Gruppe Anderscht unterlegt.

Manfred Papst von der NZZaS findet die Trilogie des Zeitlosen «besonders geglückt» und sieht in ihr «eine so originelle wie liebevoll gestaltete Kombination von Hör-, Lese- und Bilderbuch, in der es in erster Linie um die Mystik des deutschen Mittelalters geht, die aber auch weite Spannungsbögen durch Raum und Zeit schlägt.» Mehr in der NZZ am Sonntag, 2. Oktober 2011

Die drei Bände der Trilogie des Zeitlosen, so die Rezensentin Marita Fuchs, bieten nicht nur «neue Interpretationsspielräume und Hörgenuss, sondern auch gut recherchierte Informationen zu den Protagonisten und je einen sehr schönen Farbbildteil». Mehr im Unimagazin, Februar 2012

Simon Peng-Keller meint in der SKZ, die Trilogie des Zeitlosen breche sei «ein spielerisches Gesamtkunstwerk im Miniformat, doch ebenso ein Stück ernster Erinnerungsarbeit». Das Genre sei nicht einfach zu beschreiben, denn sie würden «das Tabu der sauberen Trennung zwischen wissenschaftlicher Interpretation und persönlicher Aktualisierung» brechen: «Ihre reich bebilderten Hör-, Lese- und Schaubücher sind beides zugleich: kundig recherchierte Studien zu ausgewählten Themen und Personen der abendländischen Mystikgeschichte, aber auch persönliche Meditationen über die ‚Sache‘. Die fiktiven Dialoge handeln von den grossen Themen christlicher Mystik: von den Grenzen menschlichen Wissens, der überfliessenden Lebenskraft der Liebe, vom Umgang mit dem Leiden und vom Geheimnis, von dem die ‚ewige Weisheit‘ kündet.» Mehr in der SKZ

Der Ozean im Fingerhut gehe „unter die Haut“, meint eine andere Rezensentin: „sicher auch ein Verdienst der Sprecherinnen und des Musikers, der mit seinem meditativen Spiel Zwischenräume zum Nachdenken schafft“. Mehr in Schritte ins Offene.

Gotthard Fuchs sieht im Der Ozean im Fingerhut «ein Jahrtausendgespräch von vier Frauen, die dem Sinn des Ganzen nachspüren». Die Trilogie sei «eine seltene Verknüpfung von wissenschaftlicher Gründlichkeit, spiritueller Tiefe und künstlerischer Gestaltungsfreude in Text und Musik.» Mehr in Christ in der Gegenwart, 11. Dezember 2011

Reinhard Kirste würdigt die drei Bände der Trilogie des Zeitlosen als „Gesamtkunstwerk» und macht sie zum „Buch des Monats Mai“.

Für Helmut Dworschak (Landbote) ist die Trilogie ein «Glücksfall». Sie sprenge «die Grenzen der akademischen Fächer». Der Ozean im Fingerhut bringe vier «Seelenforscherinnen» ins Gespräch miteinander, unter ihnen die Jüdin Etty Hillesum, deren Tagebücher noch immer nicht vollständig auf Deutsch veröffentlicht sind. Mehr in Der Landbote, 13. September 2012

Am 17. September 2014 hiess es in der Tagespost: „Der Ozean im Fingerhut ist ein Bild, das an die Erfahrung des Kirchenvaters Augustinus anknüpft, der ein Kind beobachtet, das mit einem Löffel das Meer auszuschöpfen versucht. Das Gespräch zwischen Hildegard, Mechthild, Hadewijch und Etty zeigt, wie tief man bei diesem Versuch schöpfen und wie sehr man dabei erfüllt werden kann.“

Trilogie des Zeitlosen: Sachbuch und Hörspiel sind komplementär: Das eine ist ein Lese- und Bilderbuch, das andere lässt über das Ohr eine innere Welt entstehen. Die Trilogie erscheint im Kontext der Ausstellung „Mystik: Die Sehnsucht nach dem Absoluten“ im Museum Rietberg Zürich (23. September 2011 – 15. Januar 2012).

Hörspiel/Audio-CD (78 Minuten) mit Sachbuch

Von Hildegard Elisabeth Keller. Mit Beiträgen von Wolfgang Behr, Jeffrey F. Hamburger und Clemens Müller

Sprecher: Klaus Henner Russius (Zhuangzi), Jörg Schröder (Meister Eckhart)
Mit Musik der Hackbrettformation Anderscht (Andrea Kind, Fredi Zuberbühler, Baldur Stocker)
Gestaltung: Linus Hunkeler

1. Auflage 2011
192 Seiten, Format 14 x 12 cm, gebunden
32 farbige Abbildungen
CHF 68.00 / EUR 62.00 (D)
ISBN 978-3-7281-3436-3

Zürich: vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich 2011

Porträt

Prof. Dr. Hildegard Keller ist Autorin, Übersetzerin, Regisseurin und Performerin. Germanistin und Hispanistin.

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