Die Stunde des Hundes
Zur zweiten Auflage 2011 siehe die Trilogie des Zeitlosen.
Heinrich Seuse (um 1295-1366), Elsbeth Stagel (um 1300-1360) und ein gescheckter Hund spielen die Hauptrolle in dieser Hörfassung des Exemplars, Seuses Werk letzter Hand. Ihre Geschichten sind ineinander verwoben und bieten den Zuhörern und Lesern auch Hintergrundinformationen. Die Stunde des Hundes möchte Auge und Intellekt einerseits, Ohr und Imagination andererseits ansprechen. So kann man einerseits das von Wirren durchsetzte 14. Jahrhundert, andererseits einen Kosmos der Zeitlosigkeit erfahren.
Die Stunde des Hundes (160 Seiten) Der Textteil des Buches (Jeffrey F. Hamburger und Hildegard Elisabeth Keller) führt in Seuses Werk, das Personal, die historischen Orte und die Bilderhandschriften zu Seuses Exemplar ein. Im Zentrum steht der Codex 710(322) in der Stiftsbibliothek Einsiedeln. Auf den 32 Farbseiten sind zusätzlich auch Abbildungen der historischen Orte zu sehen. Das Hörbuch mit den drei CD-Hüllen, auf denen das Personal des Hörbuches zu sehen ist, wurde von Sarah Fehr gestaltet.
Die Stunde des Hundes bietet eine in 12 Kapitel gegliederte Hörfassung auf drei Audio-CDs (Hildegard Elisabeth Keller). In knapp dreieinhalb Stunden folgt in freier Dramaturgie dem "Buch, das da heisst der Süsse", also der im Exemplar enthaltenen Vita. Die Erzählungen wie auch die Dialoge sind Elemente des bildhaften Veranschaulichens des Bildlosen, um das Seuse als mystischer Autor ringt.
Die Hörfassung lässt einen Erzähler, bald in der dritten Person, bald als Ich-Rede, mit der Stimme von Klaus-Henner Russius in modernem Deutsch zu Wort kommen. Der passagenweise eingeschobene mittelhochdeutsche Originaltext nach Bihlmeyers Edition wurde von Hildegard Elisbeth Keller eingesprochen. Die Aussprache des mittelhochdeutschen Texts strebt keine Rekonstruktion des historischen Lautstandes an, sondern vermittelt annäherungsweise das in Seuses alemannischem Lebensraum gesprochene Mittelhochdeutsch.
Christian Seiler leiht seine Stimme einem anonym bleibenden Nachfrager, Zweifler und Infragesteller. Seine inquisitorische Präsenz erinnert an historische Gefahren, die mit dem Schreiben und Predigen verbunden waren. Ketzereiverdacht wurde oft aus den Reihen der eigenen Ordensbrüder erhoben. Dies erfuhren nicht allein Meister Eckhart und Heinrich Seuse, sondern darum wusste auch der Hund, der stellvertretend für die domini-canes (die Hunde des Herrn) steht.
Die Hörfassung wurde behutsam mit Musik (Gesang: Sandra Suter, Markus Kluibenschädl; Hackbrett: Markus Kluibenschädl) und weiteren akustischen Elementen angereichert.
Die Tonaufnahmen wurden hergestellt im Tonstudio der Universität Zürich (Leitung / Mastering: Walter Weber, MELS Multimedia- & E-Learning Services; Aufnahmeassistenz: Hildegard Elisabeth Keller).
Für das Hörbuch erhielt Hildegard Elisabeth Keller den Mystikpreis 2009 der Theophrastus-Stiftung.
Das Hörbuch war unter den Finalisten für den Deutschen Hörbuchpreis 2009
Auszug aus der Jurybegründung:
Eine echte Hör- und Lesefahrt durchs frühe 14. Jahrhundert. Ein gelungener Versuch, 'totes Pergament' durch 'lebendigen Mund' Sprache werden zu lassen. Die optische Erscheinung und das Zusatzmaterial machen dieses Hörbuch zu einem verlegerischen Gesamtkunstwerk.
Mit Beiträgen von Jeffrey F. Hamburger
Eingesprochen von Hildegard Elisabeth Keller, Klaus-Henner Russius und Christian Seiler, mit Musik von Markus Kluibenschädl und Sandra Suter
Gestaltung: Sarah Fehr
ISBN 978-3-7281-3139-3
CHF 58.00 / EUR 39.90 (D)
Zürich: vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich 2007
Hörproben
Track 1: Wem gehört das Buch? Das Kloster auf der Insel und ein Erzählerwettstreit (Ausschnitt)
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Track 2: Wie der Diener mit den Engeln tanzte (Ausschnitt)
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Track 5: Rostige Nägel (Ausschnitt)
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Besprechungen
Medium Aevum LXXIX.2, 294 (Nigel Palmer)
Schweizerische Kirchenzeitung SKZ 1-2/2009 (Simon Peng-Keller)
aufbruch. Zeitung für Religion und Gesellschaft, Dez. 2008 (Anja Buckenberger)
Zeitschrift für Germanistik, 1/2009, S. 197-198 (Jörn Münkner)
Mittelland-Zeitung, 13.6.2008, S. 38 (Marco Guetg)
Mediaevum.de (Jörn Bockmann, Kiel)
NZZ am Sonntag, Bücher am Sonntag, 27. April, Seite 15 (Sabina Meier)
Südkurier vom 8. März 2008 (Helmut Weidhase)
Winterthurer Landboten, 14. Dezember 2007 (Helmut Dworschak)
Christ in der Gegenwart 52/2007 (Gotthard Fuchs)
Radio DRS 1 Hör-Bar, 15. August 2009: "Der Name der Rose" und "Die Stunde des Hundes". Ein Interview mit Esther Schneider.
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Deutschlandradio (Thomas Kroll, 21. März 2008)
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Radio DRS2aktuell (Bernard Senn, 21. Dezember 2007)
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