Hildegard Elisabeth Keller

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Germanistin und Hispanistin. Professorin für deutsche Literatur von den Anfängen bis 1700 an den Universitäten Bloomington Indiana/USA und Zürich. Kritikerin beim Literaturclub SRF (seit 2012) und als Jurorin beim Bachmann-Preis ORF/3SAT (seit 2009). Autorin, Übersetzerin, Regisseurin und Performerin.

Werdegang und Ausbildung

Geboren in St.Gallen und aufgewachsen in Wil SG und im Toggenburg. Kunsttherapeutische Tätigkeit in der Psychiatrischen Klinik Wil. Studium der deutschen und spanischen Literatur- und Sprachwissenschaft und der Soziologie in Basel und Zürich. Promotion 1992 und Habilitation 2000. Diplom für das Höhere Lehramt. Deutsch- und Spanischlehrerin sowie Praktikumsleiterin an Gymnasien in Stadt und Kanton Zürich. Von 2001 bis 2007 Assistenzprofessorin an der Universität Zürich. Seit 2008 hat sie einen Lehrstuhl für deutsche Literatur an der Indiana University in Bloomington IN (USA) und lehrt als Titularprofessorin an der Universität Zürich. Innovative und schöpferische Zugänge in Forschung und Lehre sind ihr wichtig.

Publikationen und Themen

Unter ihren wissenschaftlichen Publikationen zur Medizin- und Theatergeschichte ist die fünfbändige Werkausgabe mit Biografie und Studienband und zwei CDs, Jakob Ruf. Leben, Werk und Studien (NZZ Libro, 2008), erarbeitet zwischen 2004 und 2008 im SNF-Projekt Jakob Rufs Theater- und Heilkunst. Sie verfasst Artikel und Essays zu Schweizer Ärzten wie Paracelsus, Jakob Ruf und Konrad Gesner. Zu den Schwerpunkten ihrer Forschung gehören das Zürcher Gesundheitswesen des 16. Jahrhunderts, Psychiatriegeschichte, die Auseinandersetzung mit dem Tod zwischen Mittelalter und Moderne. Sie engagiert sich für Medical Humanities.

Sie veröffentlichte zwei Bücher zur mittelalterlichen Mystik (Wort und Fleisch, 1993; My Secret Is Mine, 2000) und im Rahmen der Ausstellung Sehnsucht nach dem Absoluten im Museum Rietberg, Zürich, die Trilogie des Zeitlosen (2011), drei Bücher mit Hörspielen, bei deren Produktion sie auch Regie geführt und als Sprecherin mitgewirkt hat: Darin treten acht Protagonisten, von Zhuangzi über Hildegard von Bingen und Meister Eckhart bis zu Etty Hillesum, in einen Dialog. Keller gab auch einen Aufsatzband von Alois Maria Haas zu Friedrich Nietzsches Auseinandersetzung mit der Mystik heraus.

Seit 2009 forscht Keller zu Leben und Werk der aus dem Tessin stammenden Argentinierin Alfonsina Storni (1892-1938). Über Leben und Werk der Lyrikerin, Journalistin, Theaterautorin und -dozentin produzierte Keller gemeinsam mit Bernard Senn ein Feature für das Schweizer Radio («Auf alles gefasst sein», 58 Minuten, SRF, 2010). Sie übersetzte Stornis Prosa erstmals auf Deutsch («Meine Seele hat kein Geschlecht», 2013), schreibt ihre Biografie unter dem Titel «Distel im Wind» und macht multimediale Performances zu Stornis Leben und Werk mit Musikern.

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Audiovisuelles, Performances, Film

Seit 2005 produzierte sie Audiomedien zur mittelalterlichen Literatur, Hörspiele über Persönlichkeiten der Spiritualitätsgeschichte und ein Radiofeature über Alfonsina Storni. Ihre Theaterstücke, szenischen Lesungen mit Musik entstanden teils im Rahmen der universitären Lehre mit Studierenden, teils in Zusammenarbeit mit Schauspielern (u.a. Klaus-Henner Russius, Mona Petri, Nikola Weisse) und Musikern (u.a. Anderscht, Andrea Kind, Hilliard Ensemble, Mahmoud Turkmani, Marcus Kluibenschädl, Barbara Camenzind). Vernissagen von Ausstellungen oder Büchern mit performativen Elementen. Ihr Dokumentarfilm (Whatever Comes Next, 2014) porträtiert die amerikanische Malerin Annemarie Mahler-Ettinger mit Wiener Wurzeln.

Porträts und Interviews

WOZ (Noëmi Landolt), 4. Januar 2007
Zürcher Landzeitung (Dominique Marty), 21. Februar 2008
unimagazin (Katja Rauch). September 2008
Argentinisches Tageblatt. 9. Januar 2010
St.Galler Tagblatt (Brigitte Schmid-Gugler), 3. Mai 2012
Kulturtipp (Rolf Hürzeler), Dezember 2012
Literarischer Monat (mit Michael Wiederstein), Januar 2013.
Ostschweiz am Sonntag (Odilia Hiller und David Scarano), 22. Juni 2014
Tages-Anzeiger (Mirjam Fuchs), 20. September 2014
Der Arbeitsmarkt (Fredy Staeheli, Mai 2016

Radio

Musik für einen Gast. Mit Angelika Schett, 14. August 2011
Persönlich. Mit Daniel Hitzig und Bruno Zweifel, 1. Januar 2012

Video