Frühling 2012

Naturgeister (1200-1700)

Lange vor dem ersten systematischen Traktat über die Naturgeister spielte das Erzählmotiv der Ehe zwischen einem Mann und einer nicht-menschlichen Frau aus der Sphäre der Wasserwesen - Naturgeister, Hybridwesen mit Schlangen- oder Fischschwanz, anonym oder mit Namen wie Melusine, Ondine, Undine - eine wichtige Rolle. Seine Beliebtheit lässt sich weit über den deutschsprachigen Raum des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit hinaus nachweisen.
Diese Popularität transformierte und intensivierte sich gegen die Moderne, in Literatur, Musik und Malerei; einige von Böcklins Wasserfrauen-Porträts in Öl sind auch in Zürich zu sehen. Die Marketingstrategien der amerikanischen, aber auch der japanischen Filmindustrie verliehen dem Motiv der Wasserfrauen eine Niedlichkeit und Harmlosigkeit, von denen sie sich kaum mehr erholen dürften. Der Fokus auf der dämonologischen Beschäftigung mit diesen Wesen in der frühneuzeitlichen Naturphilosophie und der Medizin sucht ein Gegengewicht zu schaffen.

  • Teil 1: Do, 15. März 2012, 16.15-19 Uhr: Einführung in Thema und Arbeitsweise
  • Teil 2:
    Fr, 11. Mai 2012, 9.00-13 Uhr 14-20 Uhr
    SA, 12. Mai 2012, 9.00-13 Uhr 14-20 Uhr
    SO, 13. Mai 2012, 10.15-13 Uhr 14-16 Uhr