Frühling 2009

 
   

Seminar: Stimmen der Mystik zwischen 1150 und 1500 (Blockveranstaltung)

 
   
Prof. Dr. Hildegard Elisabeth Keller

Zwischen 1150 und 1700 sind Hoheliedkommentare, Predigten, Lehrdialoge, Viten und Gedichte entstanden, die gemeinsam die sogenannte deutschsprachige Mystik verkörpern. Dieses heterogene Textkorpus bietet sich an, um die wesentliche Annahme der Mystik zu erforschen: Sprache und Erfahrung sind untrennbar miteinander verbunden.

Die deutschsprachige Mystik stammt aus unterschiedlichen institutionellen, sozialen und geografische Kontexten: Ihr primärer Ort war während Jahrhunderten das Kloster, ab dem Spätmittelalter zunehmend auch städtische Laien – bald als Individuen, bald als mehr oder weniger geschlossene Gruppierungen.

Die sprachliche Gestaltung mystischer Texte ist oft herausragend, kühn und vermag bis heute zu faszinieren. Die Sprach- und Seelsorge-Praxis der Mystiker kann auch als eine Keimzelle moderner Entwicklungen in der Psychologie und Psychiatrie verstanden werden.

Folgende Perspektiven stehen im Fokus des Blockseminars:

  • Performanz: Orte und Zeiten des Gebrauchs der Texte; Gattungen; ausgewählte Handschriften und ihre Ausstattung
  • Metaphorologie: Welche Bildbereiche favorisieren mystische Texte und wie bildet sich darin ein Erfahrungskonzept ab? Bewegungen wie Aufstieg, Abstieg – existentielle Erfahrungen wie Hunger, Hitze, Schmerz, Sexualität, Geburt und Tod – Abstrakta wie Grund, Wipfel, Fünklein, Wüste und Meer.

Es findet keine Vorbesprechung statt. Die Lehrveranstaltung wird als Blockseminar in der zweiten Maihälfte 2009 durchgeführt. Die Seminararbeit wird vor dem Beginn des Blockseminars verfasst und kann deshalb auch eine Grundlage der Seminargespräche darstellen.

Für die obligatorische Anmeldung können Sie ein Anmeldeformular bei hildegard.keller(at)access.uzh.ch oder hekeller(at)indiana.edu verlangen. Es muss bis zum 21. Februar 2009 an der genannten Mailadresse eingetroffen sein. Die Teilnehmenden erhalten dann alle weiteren Informationen.